Momoclo All Stars 2012-Review
Man könnte meinen, dass Kôji Shiraishis Film SHIROME doch ein wenig mehr Wahrheit enthält, als man annehmen möchte. Momoiro Clover (damals noch zu sechst und ohne Z) gingen darin einen Deal mit einem Geist oder Dämon ein, um Erfolg zu haben. Irritierend dabei war, dass sie größtenteils angeblich nicht wussten, dass es keine Doku war, sondern ein Film und sie dennoch mehrfach auf die Frage antworteten, ob sie für den Erfolg ihre Seele dem Teufel verkaufen würden: Ja! (Wenn auch in kindlicher Naivität.)
Der Erfolg ist nun da - und das in ziemlich großem Maße: Kaum ein Tag vergeht, an dem Momoclo nicht in den japanischen Medien auftauchen - und das teilweise mehrfach.
Vor nunmehr zwei Wochen hatten sie ihre 2 Konzerte in der Yokohama Arena (pro Konzert 5000 Besucher). Bei diesem Konzert wurde ein neues Album verkauft, das 5 "Solosongs" und 2 Duette enthält. Mein erster Eindruck war: Ein Glück, dass das kein reguläres Album ist, sondern nur so ein kleines Sonderalbum zwischendurch. Mein zweiter Eindruck war: Wow, das ist gut. Mein jetziger Eindruck: Meisterwerk!
Obwohl ich nach wie vor der Meinung bin, dass es als normales Album nicht funktionieren würde (schon alleine, weil keine Gruppensongs drauf sind), bin ich inzwischen fast sprachlos, wie gut das Album ist. Aber zuerst, was ihm fehlt: Es ist, oberflächlich betrachtet, nicht so quirlig, abgefahren, kreativ wie das Album davor, bei dem man manchmal den Eindruck bekam, einige Songs seien in Wirklichkeit 2 oder 3 Songs, die zusammengemischt wurden (manchmal in geradezu erfrischend anarchistischer Weise, ohne Rücksicht auf eine Transition - höre zum Beispiel Mirai Bowl).
Dafür hat dieses Album aber etwas anderes: Jeder Solosong repräsentiert einen Stil und meiner Meinung nach ein Jahrzehnt (wobei ich mich dabei irren kann, es ist nur mein Eindruck). Genauer: Jeder Song simuliert eine "Epoche" - und zwar von (evtl. denn genau an diesem Punkt bin ich mir nicht sicher: den 50ern bis zu den 90ern).
Und ich denke, dass diese Epoche ziemlich gut zu den einzelnen Mädels ausgewählt wurde.
1. 渚のラララ / 百田夏菜子 with ザ・ワイルドワンズ
Kanakos Solosong. Das ist der einzige der Solosongs, bei dem ich mir nicht sicher bin, wie man eigentlich diesen Stil nennt und ob ich mit der zeitlichen Zuordnung richtig liege. Ich bezeichne das mal als 50er-Polka-Rock oder ist das Rockabilly?
Was es auch immer sein mag, es ist cool. Ich gebe zu, in der Mitte hat es ein wenig was von "Schlager" oder Angestaubtheit, aber nichts desto trotz liebe ich es. Kanakos etwas quäkende Stimme passt sehr gut dazu, finde ich.
2. 涙目のアリス / 玉井詩織
Ein Sprung in die 80er. Synthie Pop, und man könnte sich Shiori in einem gelben Aerobicanzug mit Schweißband in einem Tokioter Hochhaus vorstellen, wie sie melancholisch auf die nächtliche Stadtlandschaft hinaus schaut.
Zuerst mochte ich den Song am allerwenigsten, weil er eben so extrem nach den 80ern klingt.
Aber letztendlich obsiegte Shioris Stimme und die Melodie. Als Simulation der 80er ist es zudem perfekt.
3. あーりんは反抗期! / 佐々木彩夏
Mit A~rin kommen wir in die 90er. Techno-Pop mit Mission Impossible-Anleihen. Extrem süß und extrem süchtig machend.
4. 教育 / 有安杏果 with 在日ファンク
Hier kommen wir zurück in die 70er. Momoka "James Brown" Ariyasu. Momoka (zusammen mit Zainichi Funk) imitiert James Brown. ;-) Ich glaubte, so etwas niemals bei Idolmusik sagen zu können, aber: Tolle Bläser!
5. 津軽半島龍飛崎 / 高城れに
Die 60er. Reni hat wieder einmal das, was am besten zu ihr passt, nämlich einen Enka-Song. Und was für einen schönen! Als ich letztens im Nieselregen die Straße entlang ging und diesen Song hörte, fühlte ich mich wie in einem Seijun-Suzuki-Film.
6. シングルベッドはせまいのです / ももたまい(百田夏菜子&玉井詩織)
Nun das erste Duett.
Vielleicht der niedlichste Song. Kanako und Shirori rappen, singen und reden - je mehr man versteht und je häufiger man den Song hört, desto besser wird er. Ich finde ihn inzwischen unglaublich genial. Und die Dynamik zwischen den beiden ist einfach grandios.
7. 事務所にもっと推され隊 / 事務所に推され隊(有安杏果&高城れに)
Momoka und Reni. Sehr cooler, hoch süchtig machender, quirliger Song. Ein Lied mit einer Textstelle wie: "Lalala-lalala hontoni lalala" kann ja nur grandios sein. ;-)
Alle Songs haben eine seltsame, fast magische (der Fluch? ;-))) ) Qualität von Niedlichkeit gepaart mit Schönheit. Vielleicht kommt zu meiner Begeisterung hinzu, dass ich einen Hang zu Simulacra habe (vermutlich habe ich zu viel P. K. Dick gelesen oder so).
Hoffen wir, dass das Album auch regulär erscheint (vielleicht als Bonus-CD zum nächsten Album?), da es viel zu gut ist, um es künstlich "limitiert" zu lassen.
Der Erfolg ist nun da - und das in ziemlich großem Maße: Kaum ein Tag vergeht, an dem Momoclo nicht in den japanischen Medien auftauchen - und das teilweise mehrfach.
Vor nunmehr zwei Wochen hatten sie ihre 2 Konzerte in der Yokohama Arena (pro Konzert 5000 Besucher). Bei diesem Konzert wurde ein neues Album verkauft, das 5 "Solosongs" und 2 Duette enthält. Mein erster Eindruck war: Ein Glück, dass das kein reguläres Album ist, sondern nur so ein kleines Sonderalbum zwischendurch. Mein zweiter Eindruck war: Wow, das ist gut. Mein jetziger Eindruck: Meisterwerk!
Obwohl ich nach wie vor der Meinung bin, dass es als normales Album nicht funktionieren würde (schon alleine, weil keine Gruppensongs drauf sind), bin ich inzwischen fast sprachlos, wie gut das Album ist. Aber zuerst, was ihm fehlt: Es ist, oberflächlich betrachtet, nicht so quirlig, abgefahren, kreativ wie das Album davor, bei dem man manchmal den Eindruck bekam, einige Songs seien in Wirklichkeit 2 oder 3 Songs, die zusammengemischt wurden (manchmal in geradezu erfrischend anarchistischer Weise, ohne Rücksicht auf eine Transition - höre zum Beispiel Mirai Bowl).
Dafür hat dieses Album aber etwas anderes: Jeder Solosong repräsentiert einen Stil und meiner Meinung nach ein Jahrzehnt (wobei ich mich dabei irren kann, es ist nur mein Eindruck). Genauer: Jeder Song simuliert eine "Epoche" - und zwar von (evtl. denn genau an diesem Punkt bin ich mir nicht sicher: den 50ern bis zu den 90ern).
Und ich denke, dass diese Epoche ziemlich gut zu den einzelnen Mädels ausgewählt wurde.
1. 渚のラララ / 百田夏菜子 with ザ・ワイルドワンズ
Kanakos Solosong. Das ist der einzige der Solosongs, bei dem ich mir nicht sicher bin, wie man eigentlich diesen Stil nennt und ob ich mit der zeitlichen Zuordnung richtig liege. Ich bezeichne das mal als 50er-Polka-Rock oder ist das Rockabilly?
Was es auch immer sein mag, es ist cool. Ich gebe zu, in der Mitte hat es ein wenig was von "Schlager" oder Angestaubtheit, aber nichts desto trotz liebe ich es. Kanakos etwas quäkende Stimme passt sehr gut dazu, finde ich.
2. 涙目のアリス / 玉井詩織
Ein Sprung in die 80er. Synthie Pop, und man könnte sich Shiori in einem gelben Aerobicanzug mit Schweißband in einem Tokioter Hochhaus vorstellen, wie sie melancholisch auf die nächtliche Stadtlandschaft hinaus schaut.
Zuerst mochte ich den Song am allerwenigsten, weil er eben so extrem nach den 80ern klingt.
Aber letztendlich obsiegte Shioris Stimme und die Melodie. Als Simulation der 80er ist es zudem perfekt.
3. あーりんは反抗期! / 佐々木彩夏
Mit A~rin kommen wir in die 90er. Techno-Pop mit Mission Impossible-Anleihen. Extrem süß und extrem süchtig machend.
4. 教育 / 有安杏果 with 在日ファンク
Hier kommen wir zurück in die 70er. Momoka "James Brown" Ariyasu. Momoka (zusammen mit Zainichi Funk) imitiert James Brown. ;-) Ich glaubte, so etwas niemals bei Idolmusik sagen zu können, aber: Tolle Bläser!
5. 津軽半島龍飛崎 / 高城れに
Die 60er. Reni hat wieder einmal das, was am besten zu ihr passt, nämlich einen Enka-Song. Und was für einen schönen! Als ich letztens im Nieselregen die Straße entlang ging und diesen Song hörte, fühlte ich mich wie in einem Seijun-Suzuki-Film.
6. シングルベッドはせまいのです / ももたまい(百田夏菜子&玉井詩織)
Nun das erste Duett.
Vielleicht der niedlichste Song. Kanako und Shirori rappen, singen und reden - je mehr man versteht und je häufiger man den Song hört, desto besser wird er. Ich finde ihn inzwischen unglaublich genial. Und die Dynamik zwischen den beiden ist einfach grandios.
7. 事務所にもっと推され隊 / 事務所に推され隊(有安杏果&高城れに)
Momoka und Reni. Sehr cooler, hoch süchtig machender, quirliger Song. Ein Lied mit einer Textstelle wie: "Lalala-lalala hontoni lalala" kann ja nur grandios sein. ;-)
Alle Songs haben eine seltsame, fast magische (der Fluch? ;-))) ) Qualität von Niedlichkeit gepaart mit Schönheit. Vielleicht kommt zu meiner Begeisterung hinzu, dass ich einen Hang zu Simulacra habe (vermutlich habe ich zu viel P. K. Dick gelesen oder so).
Hoffen wir, dass das Album auch regulär erscheint (vielleicht als Bonus-CD zum nächsten Album?), da es viel zu gut ist, um es künstlich "limitiert" zu lassen.
ttp - 5. Mai, 09:34









